07. Februar 2012
 

Verkehr

"Es ist höchste Eisenbahn"

Fahrgast-Verband zu Investitionen in Strecke und Bahnhöfe

Schnell-Umbauzug: Im internationalen Vergleich hat die Bahn zu wenig investiert. Fotos: dpa, privat

Die Deutsche Bahn will bis zum Jahr 2014 41 Milliarden Euro investieren, so viel wie noch nie. Fragen an Karl-Peter Naumann, Chef des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“.

Die Deutsche Bahn will bis zum Jahr 2014  41 Milliarden Euro investieren, so viel wie noch nie. Fragen an Karl-Peter Naumann, Chef des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“.

AKTIV: Drei Viertel der Rekordsumme von 41 Milliarden Euro soll in die Renovierung der Bahnhöfe und in das Streckennetz fließen. Wird jetzt alles schnell besser?

Naumann: Das sind zunächst einmal nur wunderschöne Ankündigungen, denen müssen jetzt Taten folgen. Fest steht: Die Bahn hat in den letzten Jahren viel zu wenig in das Streckennetz investiert, jährlich 2,5 Milliarden Euro. Man bräuchte aber 4 bis 5 Milliarden Euro pro Jahr für die vorhandenen  Schienenwege. Und um neue Strecken zu bauen.

AKTIV: Immerhin wird jetzt eifrig gebaut.
Naumann: Ja, es ist auch höchste Eisenbahn. Denn es wurde zu lange gespart. Ein Vergleich von 2008 macht das deutlich: Während die Schweiz pro Einwohner 264 Euro in die Schienen-Infrastruktur investiert hat, waren es bei uns gerade mal 47 Euro. Auch Italien, Frankreich und Spanien stehen besser da als wir.


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AKTIV: Und wo stockt es im deutschen Netz am häufigsten?
Naumann: An den Bahnknoten Köln, Frankfurt, Mannheim, Hannover und Hamburg. Dazu kommen extrem stark befahrene Strecken wie Hamburg-Hannover, Fulda-Frankfurt und Frankfurt-Mannheim. Schließlich gibt es viele Langsamfahrstellen, weil Schienen marode sind. Aber immerhin: Dort hat sich in jüngster Zeit schon einiges verbessert.

AKTIV: Was bringt die Bahn-Zukunft?
Naumann: 2016 soll die Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt in Betrieb gehen. Dann wird sich die Reisezeit zwischen München und Berlin von sechs auf vier Stunden verringern. Deutlich höhere Geschwindigkeiten sollen etwa auch die neuen Projekte Stuttgart-Ulm und Frankfurt-Mannheim ermöglichen.

AKTIV: Was passiert im bestehenden Netz?
Naumann: Bis Ende 2014 soll etwa die Strecke Dresden-Berlin für Tempo 200 ausgebaut werden. Dann sind die Züge statt gut zwei Stunden nur noch 105 Minuten unterwegs. So schnell war übrigens schon die Reichsbahn in den 30ern.

Interview: Wilfried Hennes

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