Nachwuchs
Jugend ist der Chemie lieb und teuer
Die Krise macht vor der Ausbildung nicht halt
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Das will gelernt sein: Die chemische Industrie Baden-Württemberg bildet rund 3.200 Jugendliche in 50 Berufen aus. |
Die weltweite Wirtschaftskrise macht es uns auch 2010 nicht leicht: Die Umsätze der baden-württembergischen Betriebe sind im vergangenen Jahr um mehr als 10 Prozent eingebrochen. Ein Beispiel ist der Schweizer Sanitärtechnik-Konzern Geberit. Der Umsatz sank 2009 um 11,2 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro. Trotzdem bildet das Unternehmen kontinuierlich aus.
Die weltweite Wirtschaftskrise macht es uns auch 2010 nicht leicht: Die Umsätze der baden-württembergischen Betriebe sind im vergangenen Jahr um mehr als 10 Prozent eingebrochen. Ein Beispiel ist der Schweizer Sanitärtechnik-Konzern Geberit. Der Umsatz sank 2009 um 11,2 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro. Trotzdem bildet das Unternehmen am Standort Pfullendorf kontinuierlich aus.
Ausbildung teuer wie nie
100 Jugendliche lernen hier ihr „Handwerk“ in 15 Ausbildungsberufen vom Kaufmann bis hin zum Elektroniker. 30 von ihnen haben im September 2009 neu angefangen: „Wir haben die Zahl der Auszubildenden in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht“, bestätigt Ausbildungsleiter Marco Remmele.
Der Nachwuchs hat im Unternehmen Priorität. Daran sollen auch die wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen nichts ändern. „Wir wollen die Zahl der Ausbildungsplätze stabil halten“, so Remmele zuversichtlich. Der Grund liegt für ihn auf der Hand: „Mit qualifizierten jungen Leuten sichern wir unsere Zukunftsfähigkeit“, sagt er, „gerade im Hinblick auf die Demografie.“
Ganz einfach ist das nicht. Denn in Zeiten der Krise bedeutet Ausbildung immer eine besondere Belastung. Gleichzeitig erfordern die Berufe höhere Ansprüche an die Jugendlichen. Und bereits jetzt sinken die Bewerberzahlen. Dabei bekommt ein Azubi im ersten Lehrjahr bereits 729 Euro, im vierten Jahr sind es 918 Euro.
Um trotzdem an genügend gute Bewerber zu kommen, kooperiert Geberit verstärkt mit den Schulen der Umgebung. Es gibt Betriebsbesichtigungen, Praktika, Vorträge in den Schulen und Teamsitzungen mit den Lehrern.
Auch Evonik Degussa in Rheinfelden sorgt für eine stabile Zahl der Azubis. Im Herbst letzten Jahres gingen mit 33 Jugendlichen erneut mehr Kandidaten an den Start, als das Chemie-Unternehmen benötigt: „Mit der Ausbildung über den Eigenbedarf hinaus werden wir seit vielen Jahren unserer sozialen Verantwortung gerecht“, so Antoine Meijlink, Leiter Personal- und Kaufmännisches Management
Sozialleistungen zum Know-how
So ähnlich sieht man es bei Sto, Spezialist für Wärmedämmung, Putz, Farben und Lacke in Stühlingen. An den deutschen Standorten starteten 48 „Neue“ ihre Ausbildung, zum Beispiel als Chemikant und Lacklaborant. „Die Rekrutierung qualifizierten Nachwuchses ist und bleibt für uns wichtig“, erklärt Ausbildungsleiter Achim Happle. Und ergänzt: „Wir bieten den jungen Leuten neben exzellenter Berufsvorbereitung auch viele Sozialleistungen an.“
Bundesweit bildet Sto übrigens 149 Azubis aus. Das entspricht einer Ausbildungsquote von 7,6 Prozent. Zum Vergleich: Der bundesdeutsche Industriedurchschnitt liegt mit 6,5 Prozent deutlich niedriger.
Sabine Latorre
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