Qualität
Zangen für die ganze Welt
Warum Knipex heute die führende Marke ist
Ob ein Arbeiter in Uruguay Baustahl durchtrennt oder ein Klempner in Japan am Wasserrohr schraubt: Oft kommt die Zange aus – Wuppertal! Dort sitzt seit Kaisers Zeiten eine Firma, die sich inzwischen zur weltweit führenden Marke gemausert hat: Knipex. Die 800 Mitarbeiter fertigen mehr als 10 Millionen Zangen im Jahr. Das Erfolgsgeheimnis?
Interview
„Das gibt es sonst nirgends auf dem Globus“
Regensburg. Weltmarktführer, wie den Zangenhersteller Knipex, gibt es sehr viele bei uns: Der Regensburger Professor und Unternehmensberater Arnold Weissman hat schon knapp 1.300 gezählt, mehr als die Hälfte davon in der Metall- und Elektroindustrie. Er erforscht ihre Strategien.
AKTIV: Ist Ihre Liste vollständig, oder könnte es sogar noch mehr Weltmarktführer geben?
Weissman: So eine Liste kann gar nicht vollständig sein. Denn sie hängt auch davon ab, welche Unternehmen man aufnimmt. Ich konzentriere mich fast ausschließlich auf Familienunternehmen.
AKTIV: Was ist so ungewöhnlich an 1.300 Weltmarktführern?
Weissman: Eine solche Ansammlung exzellenter Unternehmen gibt’s in dieser Qualität und Quantität nirgends sonst auf dem Globus. Es geht aber nicht nur um die Weltmarktführer. Unsere Wirtschaft ist sehr mittelständisch geprägt und exportstark. Darauf sind andere Länder wahnsinnig neidisch.
AKTIV: Wie sind wir eigentlich so exportstark geworden?
Weissman: Das hat mit unserer Geschichte zu tun. Deutschland war sehr früh die Werkzeugschmiede der Welt. Viele Unternehmen haben sich stark spezialisiert, und deshalb ist ihnen der hiesige Markt ganz einfach zu klein geworden.
AKTIV: Ist es die Qualität der Produkte, die internationalen Erfolg ausmacht?
Weissman: Ja, fast immer. Die wenigsten sind Weltmarktführer, weil sie Kostenführer sind. Sondern sie glänzen unter anderem mit Innovation, Qualität und ausgeprägter Kundennähe. Außerdem haben sie meist einen hohen Anteil an Eigenfertigung – wie zum Beispiel Knipex – um die hohe Qualität sicherzustellen.
AKTIV: Packen wir die Krise besser als andere, weil wir so viele exportstarke Betriebe haben?
Weissman: Da bin ich mir sicher. In mittelständischen Industriebetrieben sind die Arbeitsplätze sicherer als beispielsweise bei Firmen, die ihr Geld fast ausschließlich mit Kapitalgeschäften verdienen.
Interview: Barbara Auer
Info: Was ist ein Weltmarktführer?
Hierzulande erforschen mehrere Wirtschaftsexperten die Strategien von Weltmarktführern. Die Ökonomen verstehen darunter im Allgemeinen solche Unternehmen, die weltweit in ihrem jeweiligen Bereich den größten bis drittgrößten Marktanteil haben, oder die auf ihrem Heimatkontinent die Nummer eins sind.
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