Metallindustrie
Nicht nur sauber, sondern rein
Bei Friedrich Krombach gibt es etwas, was man sonst nur aus der Chip-Fabrik kennt: einen Reinraum
Rainer Wurmbach und Henning Tiepelmann schlüpfen in weiße Kittel, ziehen Handschuhe an. Dann betreten sie einen Raum, der so rein und weiß ist wie ein Kliniklabor. Die beiden arbeiten nicht etwa in einer Chip-Fabrik. Sondern bei einem Metallbetrieb, in der Montage.
„Das Wichtigste dabei ist, sagt Öztürk, „den Überblick zu behalten.“ Denn an dem Auftrag arbeitet nicht nur die slowenische Krombach-Tochter mit. Sondern auch eine mexikanische Tochter des US-Konzerns Crane.
Zu dem gehört seit zwei Jahren auch die Kreuztaler Firma. Bei der Übernahme war es der Belegschaft zunächst mulmig zumute. „Wir dachten, eine Heuschrecke sei über uns gekommen“, erinnert sich
Betriebsratsmitglied Thomas Nöh. Der befürchtete Job-Abbau blieb jedoch aus. Im Gegenteil: Crane eröffnet dem Mittelständler neue Märkte. So kam der Auftrag aus Saudi-Arabien nur durch den Mutterkonzern zustande, der ein weltweites Vertriebsnetz hat.
Und diese Bestellung half, die Krise glimpflich zu überstehen. „Sonst hätten wir ein Loch gehabt“, sagt Geschäftsführer Hans-Dieter Ptak. Ein Teil der Nachfrage – etwa nach Ventilen für Kesselwagen – war regelrecht eingebrochen. In der Schweißerei gab es eine Weile Kurzarbeit.
Amerikaner setzen auf Standort Vorbei.
Im April wurden 18 Mitarbeiter fest eingestellt, sie waren zuvor befristet oder als Zeitarbeiter beschäftigt. Die Amerikaner haben zudem zugesichert, den Standort Kreuztal weiter auszubauen.
In Europa ist Krombach schon Marktführer, langfristig sollen die Exporte nach Nah- und Fernost um das Dreifache steigen. Auch dank modernster Technik: Mit einer neuen vertikalen Drehmaschine sollen Großklappen wie für die Nahost-Pipeline bald deutlich schneller gefertigt werden.
Matilda Jordanova-Duda
Info: Friedrich Krombach GmbH
Das Unternehmen beschäftigt in Kreuztal 280 Mitarbeiter. Zu Krombach gehört auch eine Edelstahlgießerei und eine Fertigung in Slowenien sowie ein chinesisches Joint Venture. Die Gruppe, Teil des US-Konzerns Crane, setzte 2009 mehr als 80 Millionen Euro um. Crane hat 10 000 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar.
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