14. May 2008
 

Landespolitik Hessen

Mit mehr Mut den Stillstand verhindern

Kernkraft muss weiter zum Energiemix in Hessen gehören

Energiemix: Von Kernkraft bis zu erneuerbaren Energien muss jede Möglichkeit genutzt werden, um die Grundlast zu sichern. Fotos: Caro (2), dpa, Eifrig (2)

Die hessische Wirtschaft braucht einen breiten Energiemix von Kernkraft bis Biomasse. Die Unternehmer fordern die Einrichtung eines Ballungsraum-Ministeriums, Bildungsstandards für Schulen, die Entwicklung eines „House of Logistics“ und autonomer Profil-Hochschulen.

Wiesbaden. „Wenn alle im Hessischen Landtag vertretenen Parteien an ihren Wahlprogrammen festhalten, dann geht in Hessen aufgrund der unklaren Mehrheitsverhältnisse fünf Jahre nichts mehr“, befürchtet der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU), Volker Fasbender. Doch genau das kann sich das Bundesland nicht leisten.

Ausbau von Airport und Autobahn

Fasbender bittet deshalb die Wiesbadener Akteure um Kompromissbereitschaft. Um Hessen auch in Zukunft auf einem erfolgreichen Wirtschaftspfad zu halten, fordert er die zügige Umsetzung des Flughafenausbaus, einen breiten Energiemix sowie die Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur und dabei insbesondere des Autobahnnetzes.

Fasbender: „Außerdem muss die Bildungspolitik konsequent  auf  individuelle  Leistung setzen. Die Sozialpolitik soll sich ganz auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze konzentrieren.“

Speziell durch den Ausbau des Flughafens erwarten die Unternehmer 40.000 neue, zusätzliche Arbeitsplätze in Rhein-Main. Schon jetzt ist die Branche Flughafen- und Luftverkehrswirtschaft in Hessen mit 70.000 Beschäftigten so groß wie der Bankensektor. Positiver Nebeneffekt des Airport-Ausbaus: Vermutlich werden weitere 60.000 Arbeitsplätze in den Bereichen Logistik und Einzelhandel rund um den Flughafen entstehen. „Hier steckt eine wirkliche Chance auch für gering oder gar nicht Qualifizierte“, ist Fasbender  überzeugt.

Kernenergie und Kohle

Als besonders wichtige Voraussetzung für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sehen die Unternehmer eine wettbewerbsfähige und sichere Energieversorgung. Dazu gehört weiter die Kernenergie in Hessen sowie der Ausbau regenerativer Energieträger wie Sonne, Wind und auch Biomasse (Holz und andere nachwachsende Rohstoffe).

Auch Kohle soll in Hessen zum Einsatz kommen. Fasbender: „Das geplante Kohlekraftwerk Staudinger muss ein Vorzeigeprojekt für den Kraftwerkbau in aller Welt werden – durch optimale Ausnutzung, maximalen Umweltschutz und sichere Versorgung in der Grundlast.“

Damit all diese Forderungen schnell umgesetzt werden und das Bundesland Hessen im internationalen Standortwettbewerb konkurrenzfähig bleibt, empfiehlt Fasbender die Einrichtung eines neuen Ministeriums: „Wir stellen uns ein Ballungsraum-Ministerium vor, das die anstehenden Aufgaben ganzheitlich und mit Durchschlagskraft  angeht.“  

Maja Becker-Mohr

Veröffentlicht am: 5/2/2008

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